Psycho-Kinesiologie – eine effektive Kombination von Kinesiologie und EMDR?

Foto Neil Thomas on Unsplash

Unter Fachleuten, die sich mit Traumata und ihren Folgen beschäftigen, ist die Methode in Deutschland weitgehend bekannt und als eine der erfolgreichsten Methoden zur Traumatabearbeitung anerkannt. Sogar konventionelle Schulmedizin und Krankenkassen sind von der langfristigen positiven Wirkung mittlerweile überzeugt.

 

Die Methode wurde in den 80er Jahren von der Psychologin Francine Shapiro in den Vereinigten Staaten entwickelt. Sie beruht auf einem Set von Augenbewegungen, die eine nachhaltige Veränderung im Gehirn und damit in der Psyche der betreffenden Person bewirken.

 

Getestet wurde die Methode unter anderem an den Vietnam-Veteranen, die unter besonders schweren Formen des Posttraumatischen Belastungssyndroms (PTBS) litten. Sogar in schwerwiegenden Fällen, in denen andere Methoden versagt hatten, konnte durch EMDR Besserung und Heilung eintreten.

 

Die Behandlung selbst ist für Klientinnen und Klienten relativ einfach zugänglich und meist relativ leicht in der Nachsorge. Trotzdem sind die Resultate besonders weitreichend und nachhaltig. Diese Kombination von hoher Verträglichkeit bei den betroffenen Personen und hoher Effizienz macht EMDR zur besonders erfolgreichen Traumatatherapiemethode.

 

Die Mechanismen von EMDR werden bereits seit den Anfängen der Methode erforscht. Es ist noch nicht in allen Zusammenhängen klar, wie die genauen Abläufe der Heilung aussehen, aber es ist erwiesen, dass sie wirkt. Dies bedeutet für schwer Traumatisierte eine große Hilfe. Aber auch in leichteren Fällen kann EMDR durch ihre Effizienz die Methode der Wahl sein.

 

Die Funktionsweise von EMDR besteht darin, die Augen in einer bestimmten Richtung und Frequenz für eine bestimmte Dauer zu bewegen. Dies ermöglicht eine schrittweise Verarbeitung des Konfliktes bis zur vollständigen und dauerhaften Auflösung.

 

In der klassischen EMDR gibt es ein vorgegebenes Regelsystem zum Ausführen der Augenbewegungen. Im Unterschied dazu kann bei Psycho-Kinesiologie in Kombination mit dem kinesiologischen Muskeltest die Methode noch differenzierter und individueller eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass genauer an den Punkten gearbeitet werden kann, die bei der betreffenden Person ausschlaggebend sind.

 

Durch den kinesiologischen Muskeltest kann jede Augenrichtung getestet werden. Nur wenn der betreffende Augenmuskel im Zusammenhang mit der Traumatisierung steht, das bedeutet, dass er nach Art und Weise der Methode bewegt werden muss, zeigt sich das durch den kinesiologischen Test an.

 

Wenn der betreffende Muskel nicht beteiligt ist, muss die Übung in dem Fall nicht durchgeführt werden. Oftmals ergibt sich auch der Fall, dass ein Augenmuskel nach einem Durchgang noch immer im Zusammenhang mit dem Trauma reagiert. Das bedeutet, dass hier ein weiterer Durchgang notwendig ist. Manchmal gibt es nicht nur einen zweiten, sondern einen dritten und vierten Durchgang, so lange, bis der kinesiologische Test anzeigt, dass der Augenmuskel noch Bedarf an der Bewegungsübung hat. Die Übung wird so lange durchgeführt, bis der Test zeigt, dass die Auflösung am jeweiligen Punkt soweit erfolgreich abgeschlossen ist.

 

Unterstützend wirken weiterhin feine Beobachtung, Erfahrung und Intuition. So kann die individuelle Wirkungsweise noch weiter gesteigert werden.

 

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